In die Selbstständigkeit per Kleingewerbe

Die wohl häufigste Form der Existenzgründung ist die Gründung als Kleingewerbe. Der Gesetzgeber möchte mit der Kleingewerberegelung die Firmengründung erleichtern. Er bietet deshalb als Anreiz eine Reihe von Ausnahmen und Erleichterungen für den Kleingewerbetreibenden.

Der große Vorteil: Der Kleingewerbetreibende ist zunächst kein Kaufmann sondern vor dem Finanzamt weiterhin Privatperson. Die Ausgaben des Kleingewerbes lassen sich somit im Rahmen der Einkommenssteuererklärung anrechnen, außerdem entfällt für den Kleingewerbetreibenden die komplizierte doppelte Buchführung. Es lassen sich einerseits Steuern sparen, gleichzeitig locken die einfachen Regelungen, welche Ihnen in diesem Artikel erläutert werden.

Kleingewerbe gründen als Kleingewerbetreibende

Bevor es losgeht mit der Firmengründung steht die Wahl der geeigneten Rechtsform an. Teilweise ist es schwierig, zwischen Freiberufler, Kleingewerbetreibende und Freelancer zu unterscheiden. Die Grenzen sind fließend aber die Details entscheidend. In vielen Fällen starten Existenzgründer mit einem Kleingewerbe, weil ein Kleingewerbe gründen äußerst einfach ist, kein Mindeststartkapital erfordert und kein Notar benötigt wird.

Die Anmeldung erfolgt beim Gewerbeamt und ist in rund 20 Minuten erledigt. Zwar müssen für bestimmte Berufszweige wie Gastronomie entsprechende Gesundheitszeugnisse vorgelegt werden, die meisten Gewerbegründungen sind hiervon jedoch nicht betroffen. Wenn Sie die auf finafix.com vorgestellten Möglichkeiten zum Geld verdienen nutzen, sind Sie hiervon nicht betroffen.

Als Kleingewerbetreibende müssen Sie sich nicht ins Handelsregister eintragen, Sie können dies jedoch freiwillig tun. Mit der Eintragung ins Handelsregister haben Sie in der Außenwirkung den Vorteil, dass Ihr Gewerbe positiv wahrgenommen wird. Es wird unterstellt, dass Sie das Gewerbe ernsthaft verfolgen und die Reputation ist entsprechend besser. Mit der Eintragung ins Handelsregister gelten Sie jedoch als Kaufmann. Sie müssen dann entsprechend alle Rechte und Pflichten eines Kaufmanns beachten. Die Eintragung ins Handelsregister ist demnach ein wichtiger Schritt, sollte jedoch nicht überstürzt werden.

Als Kleingewerbe wird in Deutschland ein Unternehmen bezeichnet, bei dem „das Unternehmen nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert.

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Wie darf ich mein Kleingewerbe nennen?

Als Kleingewerbetreibende sind Sie rein juristisch eine Personengesellschaft, haften privat und dieser Aspekt muss deshalb auch aus dem Firmennamen hervor gehen. Sie treten deshalb im Geschäftsverkehr mit Ihrem vollen Namen auf. „Massagepraxis Margarete Muster“ oder „Java Programmierung Rene Unger“ oder „Physiotherapeut Martin Stege“ zum Beispiel.

Mit der Anmeldung im Handelsregister gelten Sie als Kaufmann und dürfen dann auch unter Phantasienamen firmieren. Von Phantasienamen spricht man, wenn der Name keinen Rückschluss auf die Firma zulässt, z.B. „Eteleon“ oder „Amazon“. Sie haben als Kaufmann also deutlich weitreichendere Möglichkeiten der Firmenwahl. Als Kaufmann können Sie Phantasienamen für Ihr Unternehmen nutzen, müssen dann allerdings einen Zusatz „eKfm“ (Eingetragener Kaufmann) als Ergänzung führen.

Haftung beim Kleingewerbe

Kleingewerbetreibende haften mit dem Privatvermögen. Das bedeutet, dass ein Schaden, der aus dem Gewerbe heraus entsteht, mit dem Firmenvermögen sowie ihrem Privatvermögen gedeckt wird. Persönliche Haftung bedeutet also, dass der Unternehmer mit seinem gesamten Privatvermögen für all seine geschäftlichen Entscheidungen haftetScheitert das Gewerbe, weil Ihre Kunden z.B. hohe Regressforderungen an Sie stellen, können Sie somit privat voll haftbar gemacht werden. Im schlechtesten Fall kann dies bis zur Insolvenz führen. Sollte Ihre Geschäftsidee also mit einem entsprechenden Risiko verbunden sein, kann eine Kapitalgesellschaft als Rechtsform die bessere Wahl sein. Alternativ bieten sich auch Versicherungen um Risiken zu minimieren.

Kleingewerbe anmelden

Gar nicht so einfach, die Sache mit dem Kleingewerbe. Wir haben Ihnen interessante Buchtipps zusammengestellt, damit Sie Fehler vermeiden und das Maximum aus Ihrer Geschäftsidee herausholen. Diese Bücher werden Ihnen helfen, weil Sie sowohl als Schritt für Schritt Anleitung zur Existenzgründung aber auch als wertvolles Nachschlagewerk im Rahmen der Selbstständigkeit sehr hilfreich sind.

Buchtipps

Kleingewerbe – was ist das?

Selbstständig werden, Existenzgründung, Start Up, Unternehmer werden. Täglich begegnen uns diese Begriffe und alle in allen Fällen beginnt der Weg in die Selbstständigkeit mit einem Kleingewerbe. Doch was ist das und welche Fallen lauern auf dem Weg dort hin? Das Kleingewerbe bietet eine Reihe von Vorteilen, so entfällt zum Beispiel die Buchführungspflicht und es lassen sich mit dem Kleingewerbe Steuern sparen aber auch mit der Umsatzsteuer gibt es Erleichterungen. Der Gesetzgeber hat die Kleinunternehmerregelung bewusst geschaffen, um die Gründung eines Unternehmens zu vereinfachen.

 

Gewerbesteuer Freibetrag

Wenn Sie Geld verdienen mit eBooks, als Programmierer oder Fotograf, dann können Sie als „selbstständige Tätigkeit“ im Sinne des § 18 EStG eingestuft werden. Sie profitieren dann von einem Gewerbesteuer Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro. Diese Grenze ist relativ hoch, insbesondere, wenn Sie das Gewerbe im Nebenerwerb ausführen. Gleichzeitig entgehen Sie bei einem Jahresumsatz unter dem Gewerbesteuer Freibetrag den Nachteilen des Gewerbestatus (zum Beispiel Anzeige- und Kammerpflicht). Zusätzlich haben Sie den Vorteil, dass Beträge bis zu 72.500 Euro steuerlich begünstigt werden können, weil die Steuer in der Ertragsklasse noch nach einem Staffeltarif berechnet wird.

Eine Firma (abgekürzt: Fa.; von lat. firmare ‚beglaubigen‘) ist der Name, unter dem ein Kaufmann seine Geschäfte betreibt, seine Unterschrift leistet und unter dem er klagen und verklagt werden kann (§ 17 HGB).

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Abgrenzung Kleingewerbe / Freiberufler / Selbstständige

Betrachtet man die Gewerbeordnung (GewO), dann gelten zunächst mal alle selbstständigen und gewerblichen Tätigkeiten pauschal als „Gewerbe“. Eine Ausnahme regelt jedoch der § 6 GewO, denn er nimmt eine ganze Reihe von Freiberuflern und Selbstständigen aus der Zielgruppe der Gewerbeordnung heraus. So sind zum Beispiel Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater und Notare ausdrücklich keine Gewerbetreibenden. Hinzu kommen die klassischen, freiberuflichen und „vergleichbaren“ selbstständigen Tätigkeiten, welche in § 18 EStG aufgelistet werden. Hier wird es für Sie interessant, denn der Gesetzgeber sieht „selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit“ nicht als Gewerbe an.

 

Vorteile Freiberufler

Wenn Sie also z.B. über das Fotolia Partnernetzwerk Geld verdienen oder mit eBooks Geld verdienen, dann fallen Sie ganz klassisch in diese Kategorie und gelten nicht als Gewerbe. Der feine Definitionsunterschied hat für Sie eine ganz gravierende Wirkung, denn anders als Gewerbetreibende zahlen Freiberufler und vergleichbare Selbstständige auf keinen Fall Gewerbesteuer – unabhängig von der Höhe des Umsatzes!  Zusätzlich sind Sie von der kaufmännischen Buchführungspflicht und allen anderen handelsrechtlichen Vorschriften befreit und müssen z.B. keine doppelt Buchführung und keine Bilanzierung vornehmen.

Ein weiterer Vorteil: einige der Freiberufler – und das sind die meisten der „ähnlichen Berufe“-  sind kammerfrei und sparen sich die Mitgliedsbeiträge zur Handelskammer. Darunter fallen z.B. Schriftsteller und Journalisten aber auch Fotoreporter und oftmals Programmierer und Webdesigner.

Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Berufe, die kein Gewerbe im Sinne des Gesetzgebers sind. Nachdem es sich bei  Zahnärzten & Co nicht um die Tätigkeiten zum online Geld verdienen handelt, die wir Ihnen auf Finafix.com vorstellen, sparen wir die Zeit und klammern heute diesen Bereich aus.